Frage: Regenwassermanager AMRES-TOP VF saugt im Regenwasserbetrieb etwas Trinkwasser an
Kategorie(n): Regenwassermanager, Regenwassernutzung allgemein
Sehr geehrte Damen und Herren,
Bei meinem Regenwassermanager AMRES-TOP VF mit automatisierter Selbstansaugung habe ich folgende Feststellung gemacht und benötige Ihre Hilfe. Der Regenwassermanager läuft auf Automatikbetrieb. Das bedeutet er sollte bei gefüllter Zisterne nur Wasser aus dieser und kein Trinkwasser aus dem Nachspeisebehälter nehmen.
Nun tritt folgendes Problem auf. Meine Zisterne ist zu 100 % gefüllt und ich betätige einen Verbraucher (Spülkasten). Der Spülkasten wird zum großen Teil mit Regenwasser nachgefüllt. Jedoch wird auch Wasser aus dem Nachspeisebehälter angesaugt. Das zeigt sich durch tropfen der Trinkwasserleitung im Nachspeisebehälter. Im Automatikbetrieb mit gefüllter Zisterne sollte dies eigentlich nicht passieren. Können Sie mir weiterhelfen woran der Fehler liegt?

Antwort:
Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Wir können Sie beruhigen: An Ihrem Gerät liegt kein technischer Defekt vor. Das von Ihnen beschriebene Verhalten ist ein bewusster, technisch bedingter Steuerungsvorgang.
Hier ist die detaillierte Erklärung, warum das Gerät beim Start kurzzeitig Trinkwasser einspeist:
1. Die hydraulische Stabilisierung (Anlaufphase)
Beim Startvorgang entnimmt das Gerät zunächst eine Kleinstmenge Trinkwasser. Dies dient dazu, im Inneren der Pumpe und des Systems sofort einen stabilen Betriebsdruck aufzubauen. Durch diesen initialen Impuls wird sichergestellt, dass die Saugleitung zum Regenwassertank stabilisiert wird. Sobald der erforderliche Druck erreicht ist, schaltet das System automatisch und verzögerungsfrei auf den Betrieb mit Regenwasser um.
2. Hygiene und Wasseraustausch
Ein entscheidender Vorteil dieser Schaltung ist der regelmäßige Wasseraustausch im Zwischenbehälter.
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Würde das Trinkwasser im behälternahen System zu lange stehen, könnte es stagnieren.
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Durch den kurzen „Schluck“ bei jedem Anlauf wird das Wasser im internen Reservoir kontinuierlich erneuert.
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Dies beugt Keimbildung vor und stellt sicher, dass die Trinkwasser-Nachspeisevorrichtung nicht verkalkt und somit jederzeit funktionsfähig und sauber bleibt.
3. Schutz der Pumpe
Der Start mit Trinkwasser verhindert zudem, dass die Pumpe „trocken“ anläuft oder durch eventuelle Lufteinschlüsse in der Saugleitung des Regenwassertanks ins Stocken gerät. Das Trinkwasser fungiert hier als sicheres Medium für den Druckaufbau, bevor die Anlage auf die Hauptquelle (Regenwasser) umstellt.
Zusammenfassend: Der kurze Einsatz von Trinkwasser ist ein Sicherheits- und Hygienefeature. Es garantiert eine lange Lebensdauer der Pumpe, eine stets entlüftete Saugleitung und eine einwandfreie Wasserqualität im System. Die Umstellung auf Regenwasser erfolgt unmittelbar nach diesem kurzen Prozess, sodass der Trinkwasserverbrauch minimal bleibt. Obwohl Trinkwasser Kalk enthält, ist das System so konzipiert, dass dies im Normalbetrieb nicht zu Schäden führt.re
